(R) Tschick von Wolfgang Herrndorf

29. September 2013 |
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Autor: Wolfgang Herrndorf
Preis: 8,99€ (TB)
Seiten: 256
Wertung: 3,5/5
Originaltitel: Tschick
Verlag: rororo
Band 1 von 1
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Inhalt

Zwei Jungs. Ein geknackter Lada. Eine Reise voller Umwege durch ein unbekanntes Deutschland.

Mutter in der Entzugsklinik, Vater mit Assistentin auf Geschäftsreise: Maik Klingenberg wird die großen Ferien allein am Pool der elterlichen Villa verbringen. Doch dann kreuzt Tschick auf. Tschick, eigentlich Andrej Tschichatschow, kommt aus einem der Asi-Hochhäuser in Hellersdorf, hat es von der Förderschule irgendwie bis aufs Gymnasium geschafft und wirkt doch nicht gerade wie das Musterbeispiel der Integration. Außerdem hat er einen geklauten Wagen zur Hand. Und damit beginnt eine unvergessliche Reise ohne Karte und Kompass durch die sommerglühende deutsche Provinz.


Zum Buch

LadaromaaniTschick war eines dieser typischen Bücher, dem ich nie viel Beachtung geschenkt habe und das ich erst wahrgenommen habe, als ich es für die Schule lesen musste.
Das Cover ist ja auch nicht gerade auffällig, eher schlicht und geht meiner Meinung nach auch ziemlich in der Menge unter. Trotzdem gefällt es mir irgendwie, vor allem jetzt, nachdem ich die Geschichte gelesen habe.
Wolfgang Herrndorfs Schreibstil fand ich zunächst ein bisschen seltsam, da die Satzstellung manchmal ein bisschen durcheinandergeriet. Aber nach einiger Zeit gewöhnt man sich daran und "überliest" es einfach. Der Autor benutzt wenige, aber dafür sehr gute und bildhafte Beschreibungen, wodurch die Geschichte viel lebendiger wurde.
Die Hauptcharaktere Tschick, eigentlich Andrej, und Maik sind meiner Meinung nach Protagonisten, die man einfach mögen muss. Beide haben so unterschiedliche, aber liebenswürdige Persönlichkeiten, die perfekt in das Buch passen.
TschickUnter ihrer Reise mit dem gestohlenen Lada durch Deutschland habe ich mir allerdings ein bisschen was anderes vorgestellt. Ich habe irgendwie gedacht, dass sie weiter kommen, vielleicht sogar das Land verlassen. Aber eigentlich macht der Klappentext ja schon deutlich, dass sie in Deutschland bleiben.
Ihre Reise hat die ganze Geschichte über absolut keinen Höhepunkt. Es gibt immer wieder ein paar kleiner Ereignisse, aber so richtige Spannung kommt nicht auf. Ich glaube aber auch, dass das gar nicht das Ziel war, sondern der Autor seine Geschichte einfach echt machen wollte. Trotzdem sollte man Tschick in einem Rutsch lesen und über die Längen schlichtweg drüberhüpfen, ansonsten hält man sich zu lange damit auf.
Beide Jungs machen während ihrem Trip aber eine großartige Veränderung durch und zwischen ihnen entsteht vor allem eine dicke Freundschaft- wo Maik Tschick ja am Anfang gar nicht leiden konnte und ihn einfach so als Asi abgestempelt hat.
Während Maik und Tschick also quer durch Deutschland gurken, lernen sie natürlich auch viele Menschen kennen, die ihnen irgendwie immer in verschiedenen Situationen helfen. Die meisten zumindest.

"Wenn man Spiegel TV guckte: Der Mensch ist schlecht. Und vielleicht stimmte das ja auch, und der Mensch war zu 99 Prozent schlecht. Aber das Seltsame war, dass Tschick und ich auf unserer Reise fast ausschließlich dem einen Prozent begegneten, das nicht schlecht war." - Seite 209

Mit diesem Zitat habe ich mich lange beschäftigt und irgendwie spukt es mir jetzt noch im Kopf herum. Es gibt ein paar von diesen Sätzen in Tschick, die mich zum nachdenken gebracht haben, aber dieser ganz besonders.
Unter den erwähnten Personen ist auch Isa, über die ich jetzt nicht allzu viel verraten kann, die dem Buch aber noch das gewisse Etwas gegeben hat. Man erfährt zwar nicht viel über sie, aber meiner Meinung nach ist sie ein top Nebencharakter.
Vom Ende war ich zunächst ein bisschen enttäuscht, da nichts wirklich abgeschlossen ist. Aber je länger ich darüber nachdachte, desto positiver erschien es mir und mit genügend Fantasie, bastelt man sich einfach sein eigenes Happy End zusammen.


Fazit

Tschick hat mir ganz gut gefallen, obwohl es eigentlich eine Art Buch ist, das ich nicht so oft lese. Ob ich es nochmal lesen würde, weiß ich nicht, vielleicht irgendwann. Auf jeden Fall ist es ein Buch, dass den Leser zum Nachdenken anregt. Über das Leben, Wünsche und noch einige andere Dinge. Und wenn dies das Ziel des Autors war, hat er es definitiv geschafft. Ich vergebe sehr gute 3,5 Törtchen.

Kommentare:

  1. Ich fand es sehr gut. Meine Tochter musste es auch in der Schule lesen und es gefiel ihr auch nicht so gut....liegt dann vielelciht doch am müssen ;)
    Du hast schon eine ganze Weile nocht mehr bei der Chaos Challenge upgedatet, was? ;)
    Liebe Grüße
    Martina

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    1. Naja, gefallen hat es mir schon. :)
      Stimmt *schäm* ;) Habe aber gestern endlich wieder eins gemacht.

      Liebe Grüße,
      Lisa

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  2. Ich fand Tschick sehr gut. Gut bevor ich Tschick laß frass ich mich durch einen wirklich schlechten Jugendroman. Ich find deine Rezension sehr schön geschrieben :)

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