(R) Graffiti Moon von Cath Crowley

5. Mai 2013 |
Graffiti Moon
Autor: Cath Crowley
Preis: 16,90€ (Gebunden)
Seiten: 256
Wertung: 4/5
Originaltitel: Graffiti Moon
Verlag: Carlsen
Band 1 von 1
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Inhalt

Lucys Herz gehört Shadow, dem geheimnisvollen Graffiti-Künstler, dessen Werke über die ganz Stadt verteilt sind – dabei hat sie ihn noch nie gesehen! Irgendwo da draußen streicht er herum und sprüht Leben an die grauen Wände und sein Freund Poet verfasst die Gedichte dazu. Als der seltsame Ed Lucy verspricht, sie Shadow vorzustellen, folgt sie ihm durch die Nacht, von Party zu Party, von Graffiti zu Graffiti. Und diese eine Nacht ändert alles, denn auch Ed hat ein Geheimnis, auf das Lucy nie gekommen wäre …


Zum Buch

Graffiti MoonGraffiti Moon Hach..."Graffiti Moon" ist für mich einer dieser schwierigen Fälle. Nicht nur, dass ich mich zwischen zwei Bewertungen nicht entscheiden kann, sondern auch die Geschichte an sich lässt das Oberstübchen ganz schön rödeln.
Wie immer suche ich nur die schönsten Cover raus, aber es gibt auch einige, wirklich hässliche Cover zu diesem Buch.
Diese drei hier haben alle irgendwo etwas gemeinsam, obwohl ich das französische (rechts) und das Deutsche mit am besten finde. Ich finde zwar unsere lieben Designer hätten ein bisschen kreativer sein können, aber gefallen tut es mir trotzdem.
Es hat ja ein bisschen gedauert bis ich mich an GM gewagt habe, was eigentlich nur daran lag, dass es nicht sonderlich aus dem SuB herausstach. Aber als ich dann mal, ziemlich lustlos sogar, durch das Buch geblättert habe, erwartete mich ein poetischer Schreibstil à la Tahereh Mafi. Wie ihr vielleicht wisst vergöttere ich diese Frau für ihren Schreibstil und dass Cath Crowley ähnlich schreibt hätte ich nicht erwartet. Natürlich gibt es Unterschiede zu Mafi, aber beide spielen einfach wunderbar mit der Poesie und wissen es ihre Leser zu fesseln.
Cath Crowley hat mich also ratz fatz in die Geschichte eintauchen lassen und ich habe "Graffiti Moon" wirklich gern gelesen. Zwischen Lucy und Ed gibt es immer wieder einen Perspektivwechsel, der den Charakteren die nötig Tiefe verleiht und die Zwischendurch-Gedichte von Poet haben das in Worte gefasst, was normal nie so schön geklungen hätte. Ein, zwei Durststrecken gab es zwar, aber die können das Gesamtbild meiner Meinung nach kaum beeinflussen.
Lucy und Ed waren mir irgendwie sofort sympathisch. Warum irgendwie? Weil ich ehrlich gesagt keine konkrete Eigenschaft nennen kann, die heraussticht und wo ich sagen würde "Wow, was für ein super Charakter." Es ist eher das Gesamtpaket der Beiden, das stimmt.
Lucy hat zwar ihren Abschluss, ist im Herzen aber eine kleine Träumerin, die auf eine "Mit wem würdest du es tun?"- Liste nur Romanfiguren aufschreibt. Obwohl erwartet wird, dass sie auf einmal erwachsen ist, jagt sie ihren Träumen hinterher und lässt sich auch durch nichts davon abbringen.
Als sie nun so ziemlich am Anfang auf Ed, mit dem sie in der Vergangenheit keine guten Erfahrungen gemacht hat, und seine Freunde trifft, versprach es eine interessante Nacht zu werden. Da das komplette Buch nur von einer Nacht handelt, war es für mich schwierig zu glauben, dass die Autorin es schafft Lucys Suche nach Shadow und die anderen Handlungsstränge authentisch zu gestalten. Ohne dass alles vollgestopft wird und der Leser nicht mehr glauben kann, dass das alles in einer Nacht möglich ist.
Doch ich muss sagen, dass die Geschichte sehr echt geblieben ist: die Jungs, die nicht ganz legale Dinge vorhaben, die Mädchen, die mit Lucy auf der Suche nach Shadow sind. Wie alle aufeinander treffen und einfach nicht mehr voneinander loskommen. Die Chemie zwischen den Charakteren war einfach toll und ich hätte absolut nichts dagegen gehabt, wenn das Buch mehr Seiten gehabt hätte.
Bis dahin war alles super und da der Leser zu Anfang schon erfährt, wer Shadow ist habe ich natürlich auf den Moment hingefiebert, dass Lucy erkennt wer es ist. Allerdings muss ich sagen, dass der Moment der Erkenntnis so enttäuschend für mich war, dass ich die Stelle gleich zwei Mal lesen musste. Lucys Reaktion war nicht wie erwartet so,
if only i could share this with ana...
sondern eher so:
Das war wirklich ernüchternd. Da warte ich als Leser sehnsüchtig darauf, dass sie Shadow erkennt und muss danach sofort zurückblättern um nachzugucken ob sie überhaupt geschnallt hat, wer es nun ist. Als dann auch noch so etwas wie "Wusstest du das ... Shadow ist?" kam und derjenige "Ja, ich dachte nur ... und ich wüssten das." antwortet, kam von Lucy nur ein "Aha." Ich hätte mir einfach viel mehr Emotionen gewünscht, als das bisschen, was später bei ihrer Unterhaltung mit Shadow kommt. Zwar ging es im Laufe der Nacht immer weniger um ihn, da Lucy und Ed anscheinend ja doch Gefühle füreinander haben; trotzdem muss es doch mehr als nur ein "Aha" in ihr auslösen ihn endlich zu treffen.
Das endgültige Ende war allerdings wieder ein richtig schöner Abschluss mit viel Romantik, was das Buch dann doch nicht so blöd zu Ende gehen lässt.


Fazit

Insgesamt hat mir "Graffiti Moon" gut gefallen, obwohl ich finde, dass die Autorin noch ein bisschen mehr aus der Idee hätte rauskitzeln können. Trotzdem war diese magische und poetische Nacht wirklich wundervoll und ich bin gespannt auf weitere Bücher der Autorin. Ich vergebe letztendlich schwache 4 Törtchen.

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